Ein Schweizer Arzt bittet uns, folgende Informationen zur
aktuellen Situation zu publizieren, um unseren Lesern eine realistische
Risikobeurteilung zu ermöglichen. (Tägliche Updates siehe unten)
Laut den
Angaben
des italienischen Nationalen Gesundheitsinstituts ISS liege das
Durchschnittsalter der positiv-getesteten Verstorbenen in Italien
derzeit bei circa 81 Jahren. 10% der Verstorbenen seien über 90 Jahre
alt. 90% der Verstorbenen seien über 70 Jahre alt.
80% der Verstorbenen hatten zwei oder mehr chronische
Vorerkrankungen. 50% der Verstorbenen hatten drei oder mehr chronische
Vorerkrankungen. Zu den chronischen Vorerkrankungen zählen insbesondere
Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Atemprobleme und Krebs.
Bei weniger als 1% der Verstorbenen habe es sich um gesunde Personen
gehandelt, d.h. um Personen ohne chronische Vorerkrankungen. Nur circa
30% der Verstorbenen seien Frauen.
Das italienische Gesundheitsinstitut
unterscheide zudem zwischen Verstorbenen
durch das und Verstorbenen
mit dem
Coronavirus. In vielen Fällen sei noch nicht klar, ob die Personen am
Virus starben oder an ihren chronischen Vorerkrankungen oder an einer
Kombination davon.
Bei den zwei italienischen Verstorbenen unter 40 Jahren (beide 39
Jahre alt) habe es sich um einen Krebspatienten sowie um einen
Diabetes-Patienten mit weiteren Komplikationen gehandelt. Auch hier sei
die genaue Todesursache noch nicht klar (d.h. ob am Virus oder an den
Vorerkrankungen).
Die Überlastung der Kliniken ergebe sich durch den allgemeinen
Andrang an Patienten sowie durch die erhöhte Anzahl an Patienten, die
besondere oder intensive Betreuung benötigen. Dabei gehe es insb. um die
Stabilisierung der Atemfunktion sowie in schweren Fällen um anti-virale
Therapien.
(
Update: Das Nationale Gesundheitsinstitut hat inzwischen einen
statistischen Bericht zu den testpositiven Patienten und Verstorbenen publiziert, der die obigen Angaben bestätigt.)
Der Arzt weist außerdem auf folgende Aspekte hin:
Norditalien habe eine der ältesten Bevölkerungen sowie die
schlechteste Luftqualität Europas, was bereits in der Vergangenheit zu einer
erhöhten Anzahl an Atemwegserkrankungen und dadurch bedingter Todesfälle geführt habe. Dies sei als zusätzlicher Risikofaktor zu sehen.
Südkorea beispielsweise habe einen deutlich milderen Verlauf als
Italien erlebt und den Höhepunkt der Epidemie bereits überschritten. In
Südkorea sei es bisher zu lediglich ca. 70 Todesfällen mit positivem
Test gekommen. Betroffen waren wie in Italien hauptsächlich
Risikopatienten.
Bei den bisherigen testpositiven Schweizer Todesfällen habe es sich
ebenfalls um Risikopatienten mit Vorerkrankungen und einem Medianalter
von über 80 Jahren gehandelt, deren genaue Todesursache, d.h. ob am
Virus oder an den Vorerkrankungen, noch nicht bekannt sei.
Ferner zeigen Studien, dass die weltweit verwendeten Viren-Testkits
in einigen Fällen ein falsches positives Resultat ergeben können, d.h.
die Personen wären in diesen Fällen
nicht am neuen Coronavirus
erkrankt, sondern womöglich an einem der bisherigen Coronaviren, die
Teil der jährlichen (und aktuellen) Erkältungs- und Grippewelle sind.
(1)
Zur Beurteilung der Gefährlichkeit der Krankheit sei daher
nicht
die oft genannte Anzahl der testpositiven Personen und Verstorbenen
entscheidend, sondern die Anzahl der tatsächlich und unerwartet
an einer Lungenentzündung Erkrankten oder Verstorbenen (sog. Übersterblichkeit).
Für die gesunde Allgemeinbevölkerung im Schul- und Arbeitsalter sei
nach allen bisherigen Erkenntnissen bei Covid-19 mit einem milden bis
moderaten Verlauf zu rechnen. Senioren und Personen mit bestehenden
chronischen Erkrankungen seien besonders zu schützen. Die medizinischen
Kapazitäten seien optimal vorzubereiten.
Fachliteratur
(1) Patrick et al.,
An Outbreak of Human Coronavirus OC43 Infection and Serological Cross-reactivity with SARS Coronavirus, CJIDMM, 2006.
(2) Grasselli et al.,
Critical Care Utilization for the COVID-19 Outbreak in Lombardy, JAMA, März 2020.
(3) WHO,
Report of the WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019, Februar 2020.
Referenzwerte
Wichtige Referenzwerte sind die Anzahl der jährlichen Grippetoten,
die in der Schweiz bei bis zu 1000, in Italien bei bis zu 8000 und in
Deutschland bei rund 10 000 mit Spitzen bis 25 000 Personen liegt; die
normale Gesamtsterblichkeit, die in Italien bei bis zu 2000 Personen
pro Tag liegt; sowie die durchschnittliche Anzahl an
Lungenentzündungen pro Jahr, die in Italien bei über 120 000 liegt.
Die aktuelle Gesamtmortalität in Europa und in Italien liegt
weiterhin im Normalbereich oder sogar darunter. Eine erhöhte Mortalität
sollte im
europäischen Monitoring sichtbar werden.
Hier bitte dringend weiterlesen:
https://swprs.org/covid-19-hinweis-ii/