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Montag, 19. Dezember 2016

Festnahme von Dschihadisten und ausländischen Offizieren in Ost-Aleppo

 
Voltaire Netzwerk - 
Die in Ost-Aleppo anwesenden Dschihadisten konnten auswählen, um nach Idlib (Al-Qaida) oder Rakka (Daesch) befördert zu werden, oder sich als Gefangene zu erstellen. Sie wurden unter der Verantwortung von Syrien und Russland und im Beisein von Vertretern der Vereinten Nationen transportiert.
Einige von ihnen versuchten zu fliehen, indem sie sich unter die Zivilbevölkerung mischten. Die Geheimdienste konnten während der Registrierung von 120.000 Einwohnern mehr als 1500 von ihnen identifizieren und festnehmen.
Der Abgeordnete und Präsident der Handelskammer von Aleppo, Fares Shehabi hat eine nicht erschöpfende Liste von 14 ausländischen Offizieren veröffentlicht, die in dem NATO-Bunker gefangen genommen wurden. Es handelt sich um:
Mutaz Kanoğlu — Türkei
David Scott Winer — USA
David Shlomo Aram — Israel
Muhamad Tamimi — Katar
Muhamad Ahmad Assabian — Saudi Arabien
Abd-el-Menham Fahd al Haridsch — Saudi Arabien
Islam Salam Ezzahran Al Hadschlan — Saudi Arabien
Ahmed Ben Naufel Al Daridsch — Saudi Arabien
Muhamad Hassan Al Sabihi — Saudi Arabien
Hamad Fahad Al Dusri — Saudi Arabien
Amdschad Qassem Al Tiraui — Jordanien
Qassem Saad Al Shamry — Saudi Arabien
Ayman Qassem Al Thahalbi — Saudi Arabien
Mohamed Ech-Chafihi El Idrissi — Marokko

Diese Liste enthält nur die Namen jener Offiziere, die ihre Personalien angegeben haben. Natürlich sind andere Gefangene präsent, die anderen Staaten angehören, die auch am Krieg gegen die Syrische Arabische Republik beteiligt sind. Gemäß der Genfer Konvention werden keine Bilder veröffentlicht werden.
Im Februar 2012 waren etwa 40 türkische und 20 französische Offiziere an ihre ursprünglichen Armeen an der libanesischen Grenze zurückgegeben worden, entweder durch die Vermittlung von Mikhail Fradkov (Russischer Geheimdienst Direktor), oder direkt an Admiral Edouard Guillaud (Chef des französischen Generalstabes).
 Übersetzung
Horst Frohlich

http://www.voltairenet.org/article194614.html


Zum Thema:

Saudi-Arabien unterstützt Katar gegen die Kopten

http://www.voltairenet.org/article194612.html 


Großbritannien entsendet 30.000 Soldaten in den Nahen Osten

Syrien und Europa: Die Tragödie der barbarischen Zerstörung einer jahrtausendealten Kultur.


John McCain, der Dirigent des "arabischen Frühlings" und der Kalif. Von Thierry Meyssan.

 



 

Sonntag, 11. Dezember 2016

Großbritannien entsendet 30.000 Soldaten in den Nahen Osten

Die arabischen Golfstaaten im Süden des persischen Golfes haben sich mit Großbritannien auf die Entsendung von 30.000 Soldaten in den Nahen Osten geeinigt.


Der Golf-Kooperationsrat (englisch Gulf Cooperation Council, GCC) ist eine internationale Organisation, die sechs der sieben Staaten der Arabischen Halbinsel umfasst. Er wurde am 25. Mai 1981 in Abu Dhabi durch Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate und Oman gegründet, um diese Staaten von den Auswirkungen der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 und des Ersten Golfkriegs 1980 abzuschirmen. – Quelle: Wikipedia

Die britische Premierministerin Theresa May  hat sich bei ihrem Besuch in Bahrain am Mittwoch, den 7. Dezember auf der Sitzung des  Golf-Kooperationsrat (GCC) bereit erklärt, Militärbasen in diesem Land zu etablieren.
Auf diesem Gipfel wurde vereinbart, 30.000 britische Soldaten zusammen mit ihren Familien in die Golfregion zu entsenden.
Die  Kosten für die englischen Truppen in den Anrainerstaaten des Persischen Golfes werde vom Staat übernommen.
Die  britischen Militärbasen am Persischen Golf werden mit einem finanziellen Aufwnd von von 100 Mrd. Dollar aufgebaut.

 http://www.politaia.org/sonstige-nachrichten/england-entsendet-30-000-soldaten-in-den-nahen-osten/


Und jetzt kann man über den Brexit nachdenken.

Mittwoch, 20. April 2016

Der Nahe Osten verwaist. Von Thierry Meyssan.

Die Welt verändert sich schlagartig, aber wir merken es erst mit großer Verzögerung. Thierry Meyssan kündigte 2012 die Ankunft der Russen in Syrien an die erst drei Jahre später sichtbar wurde, heute kündigt er den Rückzug der beiden Großen aus dem Nahen Osten an.

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In den nächsten Jahren soll der Nahe Osten seine Probleme selbst regeln. Die Vereinigten Staaten, die ihm seit dem Zweiten Weltkrieg ihren Willen aufgezwungen haben, und Russland, das gegen die Dschihadisten in Syrien gekämpft hat, wollen dort nicht mehr die Hauptrolle spielen. Die Völker der Region, die Jahrhunderte lang von den Kolonialmächten entmündigt und gegeneinander aufgebracht wurden, sollen sich jetzt nach Art der Erwachsenen betragen.

Die beiden Großen sind gleichzeitig Opfer schwerwiegender wirtschaftlicher Probleme.

Washington, das zur Zeit von George W. Bush den Ehrgeiz hatte, das 21. Jahrhundert müsste ein „amerikanisches“ werden, hat nicht mehr die Mittel dafür. Die Vereinigten Staaten mussten Russland und China zwangsweise mehr Raum lassen. Heute müssen sie ihre Kräfte im Fernen Osten konzentrieren, solange sie dazu noch in der Lage sind.

Präsident Barack Obama und seine Mitarbeiter haben Jeffrey Goldberg sehr lange Interviews gegeben, die dieser in einem endlosen Artikel zusammengefasst hat, der in The Atlantic erschienen ist [1]. Sie legen darin die Quintessenz der letzten sieben Jahre im Weißen Haus dar: die Streitkräfte zurückhalten, sich im Nahen Osten unter keinen Umständen mehr einbringen. Die Quincy-Allianz, 1945 von Roosevelt unterzeichnet und von G. W. Bush 2005 um 60 Jahre verlängert, hat keine Daseinsberechtigung mehr: Die Vereinigten Staaten brauchen kein saudisches Öl mehr und verschwenden ihre Zeit mit Wahhabiten, die sich nicht an die moderne Welt anpassen können. Die Carter-Doktrin von 1980, der zufolge das Pentagon die Ölfelder des Nahen Ostens unter Kontrolle haben muss und die letztlich zur Schaffung des CentCom geführt hat, ist überholt. Wenn die Sicherheit Israels stets gewährleistet ist, kann Tel-Aviv bei seinen Versuchen, sich vom Nil bis zum Euphrat auszubreiten, nicht auf die Hilfe der USA rechnen.

Ebenso klar war der russische Präsident, als er sich in seiner Marathon-Schau „Direkte Verbindung mit Wladimir Putin“ ausdrückte [2]. Aufgrund der Sanktionen des Westens hat sein Land im letzten Jahr eine Rezession von 3,7 Prozent erfahren und macht sich auf ungefähr 1,8 Prozent im nächsten Jahr gefasst, ehe es möglicherweise wieder das Wachstum aufnimmt. In Kenntnis der Tatsache, dass die Zentralbank nur 387 Milliarden Rubel für die Aktivierung hat, muss Russland so sparsam wie möglich sein, um diesen Sturm zu überleben.

Deshalb hat es seine Bomber aus Syrien zurückgezogen und wird sie nicht dorthin zurückschicken. Vor dem Abflug hat es die Syrische Arabische Armee mit moderner Ausrüstung versehen und sie in deren Gebrauch ausgebildet. Präsident Putin zufolge hat sie jetzt die Mittel, die verlorenen Gebiete allein zurückzuerobern.

Das Einzige, was Russland noch in der Region hält, ist die Notwendigkeit – für die Vereinigten Staaten ebenso wie für Russland – Präsident Erdogan zu stürzen, ehe seine Herrenmenschen-Politik und seine Instrumentalisierung des Terrorismus eine globale Katastrophe auslösen. Folglich unterstützen heute Moskau und Washington die Kurden gegen ihn und wenn diese in Konflikt mit Syrien kämen, würde keiner der beiden Großen sich einmischen.

Wie unvorhergesehen und unvermittelt es auch sein mag, der Abzug der beiden Großen ist schon eine Tatsache. Er hinterlässt den Nahen Osten verwaist. Und da die Natur das Vakuum nicht mag, kämpfen Saudi-Arabien und der Iran ab jetzt frontal darum, ihren Einfluss dort auszudehnen.
Thierry Meyssan

Übersetzung
Sabine
[1] « The Obama Doctrine », Jeffrey Goldberg, The Atlantic, Voltaire Network, 10 March 2016.
[2] « Прямая линия с Владимиром Путиным » (English version here), Владимир В. Путин, Сеть Вольтер, 14 апреля 2016.

http://www.voltairenet.org/article191357.html